Unterbindung (Vasectomie)

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Unterbindung des Mannes (Vasektomie) zur Empfängnisverhütung
Sie denken darüber nach sich einer Unterbindung (Vasektomie) zur Empfängnisverhütung zu unterziehen?

Nach Abschluss der Familienplanung besteht bei vielen Paaren der Wunsch nach einer zuverlässigen, andauernden und kostengünstigen Verhütungsmethode. Eine der sichersten Methoden ist hierbei die Vasektomie, die sogenannte Unterbindung oder auch Sterilisation des Mannes, bei der die beiden Samenleiter durchtrennt werden. Dieser Eingriff zählt heute zu den am häufigsten durchgeführten Operationen und zeichnet sich durch eine hohe Effektivität, Komplikationsarmut und Kostengünstigkeit aus. Die Sexualität wird durch die Vasektomie nicht beeinträchtigt.

Die folgende Übersicht enthält die wichtigsten Informationen zu Ablauf, Operation, Erfolgsaussichten, Risiken und Kosten. Alle Punkte werden Ihnen im Rahmen einer Vorbesprechung nochmals ausführlich erläutert. Die hier gemachten Angaben sollen Ihnen als Stütze für eventuelle weitere Fragen dienen.

Erstvorstellung:
Im Rahmen der Erstvorstellung in meiner Praxis werden Sie (gerne auch in Begleitung Ihrer Partnerin) rundum über den Eingriff informiert. Darüber hinaus erfolgt eine kurze klinische Untersuchung. Anschließend erhalten Sie einen Termin zur ambulanten Operation. Die Operationen werden in unserem praxisinternen Operationssaal in örtlicher Betäubung durchgeführt.

Operationstag:
Bitte entfernen Sie am Operationstag die Schambehaarung im Intimbereich. Darüber hinaus sollten Sie vor der Operation noch etwas essen und trinken. Es gibt keinen Grund nüchtern zu erscheinen. Vor Durchführung der Operation muss Ihre Einwilligungserklärung unterschrieben vorliegen.
Dr. Baumann erläutert Ihnen nochmal den Ablauf des Eingriffes. Wenn Sie keine weiteren Fragen haben wird die Operation begonnen.

Operationsmethode:
Nach örtlicher Betäubung mit der dünnsten auf dem Markt verfügbaren Nadel wird eine ca. 1 cm große Hauteröffnung im Bereiche des linken und rechten des Hodenfaches durchgeführt. Durch diese kleinen Schnitte gibt es postoperativ eine nur unwesentliche kosmetische Beeinträchtigung. Über diese kleinen Zugänge wird jeweils der Samenleiter freigelegt und ein kleines Teilstück von 2 - 3 cm Länge entfernt. Die entstandenen Samenleiterenden werden verödet, umgebogen, doppelt unterbunden und in verschiedene Schichten des Gewebes eingelegt. Die Haut wird durch eine bis zwei Hautnähte verschlossen. Der Eingriff sollte pro Seite nicht länger als 10-15 Minuten dauern. Die Hautnähte lösen sich nach 7-14 Tagen selbst auf und müssen nicht gezogen werden. Abschließend werden ein Sprühpflaster sowie ein normales Pflaster auf die Wunde aufgetragen. Der Eingriff ist damit beendet, so dass Sie anschließend nach Hause gehen können.

Risiken und Komplikationen:
Durch den geplanten Eingriff können die Spermien nicht mehr aus dem Nebenhoden in die Harnröhre gelangen, so dass der Samenerguss nur noch Flüssigkeitsanteile der Samenblasen und Prostata enthält. Infolge des fehlenden Abflusses kann es in den ersten Wochen nach der Operation zu einer leichten Anschwellung und geringfügigen Schmerzen im Nebenhoden kommen.

In seltenen Fällen kann es zum Auftreten einer Wundinfektion oder einer Blutung, welche eine operative Revision erforderlich macht, kommen. In sehr seltenen Ausnahmefällen ist es möglich, dass es zu einer spontanen Wiedervereinigung der beiden durchtrennten Stümpfe des Samenleiters kommt (ca. 1:1000). Deshalb kann man in sehr sehr seltenen Fällen, trotz anfänglich nachgewiesener, vollständiger Unterbindung, nach Monaten wieder fruchtbar werden.

Weitere seltene Komplikationen sind Gefäßverletzungen mit der Gefahr einer Mangeldurchblutung der Hoden, chronische Schmerzen im Bereich des Operationsgebietes und die Bildung von knotenförmigen Bindegewebswucherungen durch Austritt von Samenfäden in das umliegende Gewebe (Spermagranulombildung) oder durch Fremdkörperreaktion auf das Nahtmaterial (Fadengranulom).
Da nur die Samenleiter unterbunden werden haben Sie nach der Operation nach wie vor einen Samenerguss. Dieser ist jedoch im Volumen um ca. 10-20% reduziert, da keine Samenzellen mehr darin enthalten sind. Es bestehen keine Auswirkungen auf die Gliedversteifung oder das Orgasmusgefühl.

Verhalten nach der Operation:
Am Operationstag sollten Sie nicht arbeiten und sich so weit als möglich schonen. Zu empfehlen sind die ersten Tage eine Unterhose zu tragen, welche eng ist und den Hoden etwas hochhält. Nach der Operation können noch leichte Schmerzen im Wundbereich auftreten. Sie bekommen von uns ein entsprechendes Schmerzmittel mit. Normalerweise bilden sich diese Schmerzen in 2 - 3 Tagen zurück. Duschen ist zwei Tage nach der Operation möglich, auf Vollbäder sollte für 10 Tage verzichtet werden. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht zumindest für den Operationstag, im Idealfall sollten Sie sich noch zwei bis drei Tage nach der Operation schonen. Am ersten Tag nach der Operation werde ich die Wunde kontrollieren.

Unfruchtbarkeit:
Der endgültige Erfolg des operativen Eingriffes ist erst dann eingetreten, wenn in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen mehr nachweisbar sind. Um das festzustellen, erfolgt eine Untersuchung der Samenflüssigkeit nach 12 Wochen. Erst nach Bestätigung der Spermienfreiheit des Samenergusses ist schutzfreier Verkehr risikolos möglich. Aus der Literatur wird berichtet, dass gelegentlich spontane Wiedervereinigungen der Samenleiterstümpfe auch nach geraumer Zeit vorkommen.

Kann die Sterilisation rückgängig gemacht werden?
Es besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellungs-Operation (Vaso-Vasostomie). Dabei werden beide Samenleiterenden unter dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. In den meisten Fällen (80-90%) kann eine Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden. Nach der Operation besteht eine realistische Aussicht auf die Wiedererlangung der Zeugungsfähigkeit.

Kosten:
Der Eingriff kostet inkl. Vorbesprechung und Nachbehandlung 850.- SFr falls keine unüblichen Komplikationen auftreten. Dieser Preis beinhaltet das Vorgespräch, die Operation, die Schmerzmittel und das Spermiogramm nach 3 Monaten.
Bei der Vasektomie handelt es sich um keine Pflichtleistung der Krankenkassen. Es gibt allerdings Kassen, die im Sinne einer freiwilligen Leistung die Kosten oder einen Teil davon vergüten.

Für Fragen oder bei direktem Operationswunsch kontaktieren Sie uns bitte und vereinbaren einen Termin

Wir sind für Sie da!

Zur Beachtung
Die oben aufgeführten Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen keinesfalls das persönliche Gespräch zwischen Patient und Arzt. Unsere Webseite wird regelmäßig aktualisiert und den neuesten medizinischen Richtlinien angepasst.